TAB Tallinn NEW BEACON
Project / Projekt:
Competition TAB Tallinn / Wettbewerb TAB Tallinn
Year / Jahr:
2026
Status:
Wettbewerb / Competition
Typ:
Public Building
Location / Ort:
Tallinn
Project Description
A Contemporary Civic Catalyst for Tallinn’s Old Town.
NEW BEACON proposes a precise contemporary intervention within Tallinn’s historic Old Town: rather than rebuilding the existing park or attempting to reconstruct a lost historical condition, the project concentrates new development on the underused area beside St. Nicholas Church. The strategy preserves the qualities of the existing green space while addressing one of its weakest points, the parking area that interrupts the continuity and spatial character of the site.
The proposal responds to a wider condition identified within the competition area: historically significant buildings and public spaces remain underused because their existing structures are often difficult to adapt to contemporary institutional requirements. The competition brief specifically identifies the urban void, streets and public spaces, unused buildings, and courtyards as interconnected typologies that should be considered as part of a broader urban strategy.
NEW BEACON approaches these issues through one concentrated architectural intervention rather than a series of isolated transformations.
The new building provides the larger and more flexible spaces that the university and municipality cannot easily accommodate within the surrounding historic structures.
Lecture halls, cultural and public functions, and an art gallery become the active civic core of the project, while the existing buildings can be reused for smaller classrooms, study spaces, offices, and secondary programmes. In this way, the new architecture does not replace the historic fabric but creates the conditions for it to become useful again.
Programmatically, the building brings together public, educational, cultural, residential, commercial, and infrastructural uses. University and public facilities are combined with housing, a café, and integrated parking, creating a mixed-use structure capable of remaining active throughout the day rather than functioning as a single-purpose institution. This mixture also reflects the project‘s attempt to reconcile public and private interests instead of treating them as opposing forces.
Architecturally, NEW BEACON deliberately avoids historical imitation. Its contemporary form establishes a clear distinction between old and new while responding to the scale and spatial structure of its surroundings. The compact volume frames the edge of the park and establishes a new presence beside the church without consuming the larger open landscape. The sweeping roof geometry, curved internal façade, transparent public levels, and darker material expression give the building an identity of its own while maintaining a dialogue with the irregular medieval urban fabric.
The project therefore treats architecture as a catalyst rather than an endpoint. A single building absorbs several unresolved conditions: parking, institutional expansion, housing, public programme, and the activation of neighbouring historic structures and transforms them into a shared piece of city. This reflects the central ambition of the proposal: to create a new beacon for Tallinn, demonstrating how a visibly contemporary intervention can introduce new life into a protected historic environment without erasing the qualities that already make the place valuable. The project explicitly describes this building as an impulse for the transformation of the site and as a contemporary signal toward its future.
The approach also aligns closely with the competition‘s central question of how heritage can accommodate change.
Projektbeschrieb
Ein zeitgemässer städtischer Impulsgeber für die Tallinner Altstadt.
NEW BEACON schlägt einen präzisen, zeitgenössischen Eingriff in die historische Altstadt von Tallinn vor: Anstatt den bestehenden Park neu zu gestalten oder einen verlorenen historischen Zustand zu rekonstruieren, konzentriert sich die neue Bebauung auf die unzureichend genutzte Fläche neben der Nikolaikirche. Die Strategie bewahrt die Qualitäten der vorhandenen Grünanlage und behebt zugleich eine ihrer grössten Schwachstellen – die Parkfläche, welche die Kontinuität und den räumlichen Charakter des Ortes unterbricht.
Der Entwurf reagiert auf eine im Wettbewerbsgebiet festgestellte allgemeine Problematik: Historisch bedeutsame Gebäude und öffentliche Räume werden oft unzureichend genutzt, da sich ihre bestehende Bausubstanz nur schwer an moderne institutionelle Anforderungen anpassen lässt. Die Wettbewerbsauslobung benennt gezielt städtische Freiräume, Strassen und öffentliche Plätze, ungenutzte Gebäude sowie Innenhöfe als miteinander verknüpfte Typologien, die im Rahmen einer umfassenderen städtebaulichen Strategie betrachtet werden sollten.
NEW BEACON begegnet diesen Herausforderungen nicht durch eine Reihe isolierter Umbaumassnahmen, sondern durch einen einzigen, konzentrierten architektonischen Eingriff.
Der Neubau schafft die grosszügigen und flexiblen Räumlichkeiten, die von Universität und Stadtverwaltung in der umliegenden historischen Bausubstanz kaum untergebracht werden können. Hörsäle, kulturelle und öffentliche Einrichtungen sowie eine Kunstgalerie bilden den lebendigen, bürgernahen Kern des Projekts, während die Bestandsgebäude für kleinere Unterrichtsräume, Lernbereiche, Büros und ergänzende Nutzungen weiterverwendet werden können. Auf diese Weise ersetzt die neue Architektur nicht die historische Substanz, sondern schafft die Voraussetzungen für deren erneute Nutzbarkeit.
Hinsichtlich des Nutzungsprogramms vereint das Gebäude öffentliche, bildungsbezogene, kulturelle, wohnwirtschaftliche, gewerbliche und infrastrukturelle Funktionen. Einrichtungen der Universität und der Öffentlichkeit werden mit Wohnraum, einem Café und integrierten Parkmöglichkeiten kombiniert. So entsteht ein gemischt genutztes Gebäude, das den ganzen Tag über belebt ist, anstatt lediglich als reine Zweckeinrichtung zu fungieren. Diese Mischung spiegelt zudem das Bestreben des Projekts wider, öffentliche und private Interessen in Einklang zu bringen, anstatt sie als gegensätzliche Kräfte zu behandeln.
Architektonisch verzichtet NEW BEACON bewusst auf eine Nachahmung historischer Stile. Die zeitgenössische Formensprache schafft eine klare Unterscheidung zwischen Alt und Neu und reagiert zugleich auf Massstab und räumliche Struktur der Umgebung. Das kompakte Bauvolumen fasst die Parkkante und setzt neben der Kirche einen neuen städtebaulichen Akzent, ohne die weitläufige Freifläche zu dominieren. Die geschwungene Dachgeometrie, die gekrümmte Innenfassade, die transparenten öffentlichen Ebenen und die dunklere Materialität verleihen dem Gebäude eine eigenständige Identität und treten zugleich in einen Dialog mit der unregelmässigen mittelalterlichen Stadtstruktur.
Das Projekt begreift Architektur somit eher als Katalysator denn als Endpunkt. Ein einzelnes Gebäude nimmt verschiedene ungeklärte Aspekte auf – Parkflächen, institutionelle Erweiterung, Wohnraum, öffentliche Nutzungen sowie die Aktivierung benachbarter historischer Bauten – und wandelt sie in einen gemeinsamen städtischen Raum um. Dies spiegelt das zentrale Anliegen des Entwurfs wider: eine neue Landmarke für Tallinn zu schaffen, die zeigt, wie ein sichtbar zeitgenössischer Eingriff neues Leben in ein denkmalgeschütztes historisches Umfeld bringen kann, ohne dabei jene Qualitäten zu tilgen, die den Ort bereits auszeichnen. Das Projekt versteht das Gebäude ausdrücklich als Impulsgeber für die Transformation des Areals und als zeitgenössisches Signal für dessen Zukunft.
Der Ansatz korrespondiert zudem eng mit der zentralen Fragestellung des Wettbewerbs, wie das kulturelle Erbe auf Veränderungen reagieren kann.